Pressestimmen

LEBENDIG: Barbara Stoll liest „Am Meer” von Elizabeth Strout

Leonie Berger

24.05.2024

DIE SEELE DER ZEIT

Manchmal gibt es Momente, nach denen man sich ganz fühlt. Weil ihre Sprache stimmt, ihr Klang auch. Weil man sich sieht und die Welt und das Ja und das Nein zu ihr. Ein solcher Moment war der gestrige literarisch-musikalische Abend „Wiege des Genius“ mit Barbara Stoll, die unter anderem Senderstimme von Arte ist.

Danke für fast zwei Stunden im „Romanischen Café“ in Berlin, das im Figuren Theater Phoenix stattfand und veranstaltet vom Kulturforum Schorndorf in Texten und Liedern wieder auflebte, liebe Barbara!
In diesem wieder lebendig gewordenen „Romanischen“ erklang Brechts „Lasst euch nicht verführen“ neben Friedrich Holländers „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ und Else Lasker-Schülers Sterne funkelten aus der immer dunkler werdenden Nacht der Weimarer Republik in den Himmel der Jetztzeit hinüber.

Später, auf der Rückfahrt im Fiat 500, sing ich allem Weltengrau zum Trotz: „Mir ist so kognakfroh zumut!“ Neben mir, auf dem Beifahrersitz, lächelt Mascha Kaléko – einst Stammgast im Romanischen Café.
Sie will auch noch nicht nach Haus.

Karin Kontny

26.04.2024

Zum Glück floss bei „Wine, Woman and Crime“ nur Rotwein, trotzdem wurde bei dem großartig zelebrierten Krimiabend schnell klar: „Du weißt niemals, was sich hinter dem Lächeln einer Frau verbirgt.“ Was allerdings hinter den drei Granaten auf der Uditorium-Bühne steckt, wurde schnell offensichtlich und mit viel Beifall belohnt. Biggi Binder (Gesang, Percussion, Tin Whistle), die einen mit ihrer facettenreichen kraftvollen Stimme in vier Sprachen, darunter gälisch, umhaut, und Gitarren-Virtuosin Barbara Gräsle (auch Banjo und Gesang) sind zwei Ausnahme-Musikerinnen. Dazu gesellte sich die Stuttgarter Schauspielerin und Rezitatorin Barbara Stoll, die mit ihrer sonoren Stimme und ihrer großartigen Art zu erzählen alle in Spannung hält. Ein großartiger, amüsanter Abend im Uditorium.

Göppinger Kreiszeitung

30.9.2023

Nach zahlreichen Gelegenheitsjobs in verschiedenen Lebensbereichen und «über 50 Büros» zieht die Ich-Erzählerin Bilanz: «Ich habe viel über Menschen gelernt und darüber, wie es läuft auf der Welt.» Also setzt sich die 27-jährige Gelegenheitsarbeiterin, die eigentlich Autorin ist, hin und schreibt ein Buch – darüber, wie sie zum Schreiben kam und beim Schreiben blieb. Wie sie dies mit ihren Jobs ermöglichte und was es bedeutet, fürs und vom Schreiben leben zu wollen. Diese Geschichte erzählt die 52-jährige Jami Attenberg in ihrem Band “Bis hierher war’s ein weiter Weg“. Sie selbst ist längst Bestsellerautorin und führt in New Orleans ein geordnetes Leben. Den weiten Weg dahin beschreibt sie auf gewohnt witzig-flotte Weise. Barbara Stoll liest es im richtigen Tonfall: rasant und pointiert, voller Stimmgewalt und (Selbst-)Ironie.

HörbuchTipps

Oktober 23

Minutiös beschreibt die 1953 geborene österreichische Autorin ihre Menschwerdung vom embryonalen Stadium bis zum Alter von etwa zehn Jahren. Das tut sie mit herbem Humor, feiner Selbstironie und scharfer Beobachtungsgabe. Autobiografisches wandelt sich in den fast als Parallelwelt erscheinenden Erinnerungen zu Fiktionalem. In Barbara Stolls Lesung schwingt die feine Ironie ebenso mit wie große Empathie für das mitunter sehr altklug anmutende Kind.

 Mobilmachung, M. Schreiner

hr2-hörbuchbestenliste

09/2023

… Der Schauspielerin Barbara Stoll gelingt es durch ihren lebendigen und professionellen Vortrag, die vielfältigen, teilweise sehr irritierende Facetten der Texte dem Publikum näher zu bringen. Das geht unter die Haut.
Aber es gibt daneben noch entspannende, heitere Texte, kombiniert mit tröstlicher, harmonievoller Musik.

Traumgesichter

Backnanger Kreiszeitung

24.01.2023

Die Stimme von „arte“ liest vor vollem Haus

„Ich habe noch nie eine solch inspirierende und mitreißende Lesung erlebt“, so eine Besucherin am Schluss der Veranstaltung 

NWZ

13.03.2023

Ein starkes Stück Theater
Bühnenfassung von Herbstmilch berührt tief

… da braucht es Schauspielerinnen, die Multitasking und komödiantisches Stand-up-Theater können, die mühelos Rollen und damit Perspektiven wechseln und ein buntes Kaleidoskop, eine mitreißende Folge von Bildern, Augenblicken, Momenten des Lebens der Anna Wimschneider auffächern, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Derart kompakt dargeboten, rau und herzhaft zugleich, berührt dieses starke Stück Theater tief und schreckt auf.

Ein großes Kompliment geht an Barbara Stoll und Katja Uffelmann für ihre schauspielerischen Glanzleistungen. 

Ipf und Jagstzeitung

16.03.2023

Der wundersam lakonische Stil, der die furchtbaren Lebensumstände und ihre grotesken Seiten klischeefrei und ohne Larmoyanz auf den Punkt zu bringen vermag, kommt in dieser Inszenierung eindrücklich zur Geltung…Virtuos und in schnellem Tempo wechseln sie Tonfälle, Ausdruck, Mimik, Körperhaltungen: spielen die junge und die alte Anna, switchen zum breitbrüstigen Albert- Annas Geliebten – zur Nachbarin, zum zahnlosen Onkel oder zur zeternden Schwiegermutter…. Es ist eine große Qualität des straffen, einstündigen Theaterabends, das er frei ist von Sentimentalität oder zorniger Anklage.

Herbstmilch

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